Vielleicht ist es ja einfach eine persönliche Bildungslücke, aber ich wusste nicht, dass der geniale Alex Harvey auch mit Streichern aufgetreten ist.
Vielleicht ist es ja einfach eine persönliche Bildungslücke, aber ich wusste nicht, dass der geniale Alex Harvey auch mit Streichern aufgetreten ist.
Ich kann doch unmöglich ein Dylan-Album auslassen. Aber Weihnachtslieder? Weihnachtslieder?!?
Argh.
Wie das halt so ist mit einem alten Weblog: Es erinnert sich. Als Ihr vor vier Jahren wählen musstet, haben wir von der Wortwerkstatt euch aus Mitgefühl über die zur Verfügnung stehende Auswahl (nicht, dass es bei uns viel besser wäre) eine neue Bundeshymne geschenkt. Und heute? So vieles hat sich verändert, im Leben, in der Technik… aber in der Politik? - OK, ihr habt jetzt die Piraten, die haben immerhin das Internet verstanden, aber ob das reichen wird?
Deutsche Nationalhymne - HEUTE NEU! (Hintergrundinfos)
Tja, heute nicht mehr ganz so neu wie vor 4 Jahren, aber inhaltlich leider noch aktueller.
(Wie jetzt, hab ich da etwa ein Yeaahh gehört?)
Man könnte jetzt Puff the magic Dragon spielen. Oder Leaving on a Jetplane. Aber die traurige Wahrheit ist halt:
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Es war auf dem Slowakei-Kurztrip vor 2 Jahren. Der Herr Sufi und ich in landeten spätnachts in Trencin, fanden trotz langer Suche keine Bleibe, die weder Puff noch sauteuer war, und fanden uns schließlich im erstaunlich günstigen und dennoch modern-komfortablen “Grand Hotel” wieder. Es war gegen 11, als wir eingecheckt hatten und ausgehfertig waren - aber die Befürchtung, hungrig schlafen gehen zu müssen, bewahrheitete sich nicht. Trencin war auch um diese Uhrzeit noch ein blühendes Städtchen, das uns nicht nur Futter, sondern auch einen lebendigen Stadtspaziergang bot. Schließlich, eigentlich waren wir schon auf dem Heimweg, hörte ich eine Gitarre. Outdoor. Live. Der Sufi ergab sich seufzend in sein Schicksal, hörte aber sofort auf zu seufzen, als der gute Slibowitz auf den Tisch kam.
Ein bisschen verhalten, aber für mitteleuropäische Verhältnisse dennoch unglaublich laut, spielten der Wirt und ein Gast auf zwei Gitarren und sangen dazu. Volkslieder, Soft-Rock, Slawo-Pop - und, wohl wegen uns fremder Gäste, auch ein paar internationale Gassenhauer (das Che-Guevara-Lied war auch dabei). Passanten, den Anwesenden bekannt, gesellten sich dazu, es wurde lauter. Von den Anrainern beschwerte sich keiner. Der Sufi bestellte noch eine Runde Slibowitz.
Ein Lied gefiel mir besonders gut. Mit 2 rauhen Männer- und einer dunklen Frauenstimme, 2 Gitarren und einem spontanen Tisch-Percussionisten klang es, trotz qualitativ sehr gemischtem Hintergrundchor, wie eine Mischung zwischen Crosby, Stills, Nash und den ganz frühen STS. Nur ein Hauch slawisch-sehnsüchtiger, und die Percussion hatte einen spanischen Touch. Das sei ein aktueller Hit, erklärte der Wirt, begeistert davon, dass Fremde sowas wissen wollen. Ich ließ mir Band und Titel aufschreiben. Den Zettel Bierdeckel habe ich heute wiedergefunden. Und natürlich den Song ergoogelt.
Als ich heute so durch die Kanäle switchte und dabei unweigerlich auch am “Dancing-Stars”-Intro vorbeikam, schaltete ich zwar ganz schnell weiter, aber das Tänzergesicht verfolgte mich. Das ist doch der? - Natürlich war’s der. Die eine Hälfte von Waterloo & Robinson nämlich (wer wer ist, das konnte ich mir schon damals nicht merken). Das erste, was mir einfiel, war “Butterfly, oh Butterfly”. Böser Ohrwurm, ganz böser Ohrwurm.
Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht (über sowas spricht man selten), aber für mich ist es so: Es gibt Musik, die fühlt sich an wie ein grausliches Jucken knapp unter der Haut, und das am ganzen Körper. Wie die Masern, nur nicht außen. Und Butterfly ist genau so eine Musik. Das kam mir schon damals irgendwie seltsam vor (und damals war ich knapp 10 Jahre alt), aber damals wusste ich noch nicht, dass es auch Musik gibt, die sich anders anfühlt. Die Musik-Hörer in meinem Einflussbereich waren wenige, und nach deren Plattensammlung zu schließen hatte ich die Wahl zwischen Schlager und Pseudo-Volksmusik (aber das nur am Rande). Man musste sich irgendwie ablenken. Der eine da, der heute auch, in sich schlüssig gealtert, in der Vorschau vorbeihuschte, war wenigstens fesch. Fand ich zumindest damals. Ich erinnere mich genau. Später (da war ich schon im Internat) gab’s Gerüchte, dass nach den Konzerten die Mädchen vor dem Hotelzimmer Schlange standen, und das um die Ecke, wenn die beiden auf Tour waren. Vermutlich haben sie sich Autogramme abgeholt, die Mädchen - ich meine, auch ein junger Mann kann ja nur eine begrenzte Anzahl von Malen. Hab ich mir sagen lassen. Man fand das zwar pflichtgemäß eklig, das mit den schlangestehen, aber irgendwie fand man es damals… heimlich… doch irgendwie auch ein bisschen cool.
Hm. Anyway. Das Gemeine an solcher Ich-krieg-die-Krätzn-Musik ist aber, das sie sich festbeißt im Ohr, und dass das häßliche Jucken dann nicht wieder aufhört. Und warum soll’s euch besser gehn als mir? Butterfly hab ich zwar nicht gefunden, aber der hier ist mindestens ebenso… seltsam.
Es ist wie ein Autounfall - man mag gar nicht hinschaun, aber man kann trotzdem nicht wegschaun. Diese “Related”-Links auf Youtube… was gab es denn noch so, 1976? dunkel bekannt scheint mir ja noch der französische, aber das mag am dominierenden Allerweltsbass liegen. Und drei Mal dürft ihr raten, wer für Italien am Start war… Richtig! - Gar nicht dagegen erinnere ich mich an Luxemburg, aber jetzt weiß ich wenigstens wieder warum. Man könnte natürlich auch noch Israel, Finnland und ein paar andere ins Treffen führen, aber Youtube-Links klicken könnt ihr ja selber (obwohl, die Les Humphries haben noch eine honorable Mention verdient).
Jetzt aber ohne weitere Umschweife zum Songcontest-Gewinner 1976 - ich hab grade Tränen gelacht. Zwei Mal. Ich hoff’ euch geht’s genauso. (Verantwortung für eventuelle gesundheitliche Schäden kann ich leider nicht übernehmen).
... und hier das zweite Mal.
Entschuldigt mich bitte, ich muss mir kurz die Ohren spülen.
...ist es doch nur das Vollmond-Fieber?
Jedenfalls passiert es nicht jeden Abend, dass ich mich auf Youtube durch die Hits meiner Jugend (wir sprechen hier von den ach so schrecklichen 80ern) klicke. Anfangs war ich ja durchaus geneigt, mich neuer Musik zu widmen, aber ein Heartbeat mit Herrn Rotifer ist einfach nicht vollmond-kompatibel, da müsste schon Frau Umbauer ran. Also, FM4, ihr seid schuld (irgendeine Ausrede braucht man ja für sowas…).
Angefangen hat es damit, dass ich mich gewundert habe, dass Der Fritze mit der Spritze sich nicht in meiner Mp3-thek findet. Ich meine, man kann ja von Herrn Bukowski halten, was man will (was erfahrungsgemäß bei den meisten nicht allzu viel ist), aber der Song ist Kult. In echt (80er-Sprech)! ...und wo anders als bei Youtube würde man unter “related Videos” erfahren, dass derselbe Boris auch eine wunderschön dreckige Version von “First we take Manhatten” aufgenommen hat? - Also ich hab das heut zum ersten Mal gehört. Irgendwo zwischen Velvet Underground und Nick Cave… love it!
Naja, aber dann, so mitten im Twittern, hat Dirk Nolte Falco eingefordert, und weil ja schon so viel geblipt und getwittert war, wollte ich mich mit “Out of the dark” einmischen, aber dann kam mir etwas dazwischen, was, äh. Ja. Das hier.
Mir ist ja nie ganz klar, woran die Gänsehaut, die mich bei dem Song unweigerlich überfällt, woran die jetzt wirklich liegt. Am Song? An der Peinlichkeit des Songs? An der genial unbeschwerten Unglücklichkeit, in der ich gelebt habe, als der Song im Radio rauf und runter lief? - Ich weiß nur, dass mich die ersten, noch unbesungenen Takte jedesmal wieder wie mit einem Zauberstab in diese Grazer Underground-Keuschn zurückversetzen, in der der Regen am Anfang der Platte einfach immer zum Regen vor der Tür gepasst hat, auch wenn es eine sternenklare Nacht war.
Und damals, in der Keuschn, kam danach unweigerlich der da drauf. (Und ja, der Sound gehört so scheiße. Damals klangs nämlich auch so.)
Da hieß es dann immer “mach die Tür zu, wir sind ja nicht in Palermo”. Jaja. So war das, damals, in den 80ern des letzten Jahrhunderts.
Für heute verabschiede ich mich damit aus meiner durchaus auch peinlichen Vergangenheit in eine nach wie vor ungewisse Zukunft. Eine gewisse Kontinuität ist nicht zu bestreiten, auch wenn diese in meinem Fall in der Diskontinuität liegt. Wobei, einen von damals hab ich noch. Wenn schon, denn schon.
Alles in allem also eine programmierte Überdosis G’fühl. Sorry allseits.